Vierlande (2025)

English:

In 1943/44, the Vierländer Railway from Bergedorf Süd to Zollenspieker was extended with a branch line to the Neuengamme concentration camp. The line was used primarily for transporting prisoners and materials for the German war economy.

At Neuengamme, political prisoners, resistance fighters from occupied countries, prisoners of war, forced laborers from Eastern Europe, as well as Jews were imprisoned. In total, over 100,000 people were held there and in the satellite camps. They were forced to work under brutal conditions in the brickworks, in construction, and in the armaments industry. Between 1938 and 1945, at least 42,900 people were killed through hunger, violence, disease, and executions.

In the final days of the war, the SS attempted to evacuate the camp; many prisoners were killed on death marches or in the sinking of ships in the Bay of Lübeck. After the liberation by British troops in May 1945, the branch line lost its purpose. Passenger service on the main route ended in 1953, freight traffic in 1961, and by 1978 most of the tracks had been removed. Today, the connection between Bergedorf Süd and Neuengamme has disappeared; only faint traces recall its existence.


German:

Im Jahr 1943/44 wurde die Vierländer-Bahn von Bergedorf Süd nach Zollenspieker um eine Abzweigung zum Konzentrationslager Neuengamme erweitert. Die Strecke diente vor allem dem Transport von Häftlingen und Material für die deutsche Kriegswirtschaft.

Im KZ Neuengamme waren politische Gefangene, Widerstandskämpfer aus besetzten Ländern, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter aus Osteuropa sowie Jüdinnen und Juden inhaftiert. Insgesamt wurden dort und in den Außenlagern über 100.000 Menschen festgehalten. Sie mussten unter schwersten Bedingungen in der Ziegelei, im Bauwesen und in der Rüstungsindustrie arbeiten. Zwischen 1938 und 1945 wurden mindestens 42.900 Menschen durch Hunger, Gewalt, Krankheiten und Hinrichtungen getötet.

In den letzten Kriegstagen versuchte die SS, das Lager zu räumen; viele Häftlinge wurden auf Todesmärschen oder bei der Versenkung von Schiffen in der Lübecker Bucht getötet. Nach der Befreiung durch britische Truppen im Mai 1945 verlor die Abzweigung ihre Bedeutung. Auf der Hauptstrecke wurde der Personenverkehr 1953 eingestellt, der Güterverkehr 1961 aufgegeben. Bis 1978 wurden die Gleise weitgehend entfernt. Heute ist die Verbindung zwischen Bergedorf Süd und Neuengamme verschwunden; nur wenige Spuren erinnern noch an sie.